Kommerzienrat Josef Kaiser
Gründer von Kaiser´s Kaffee

(Vater von ALICE ELISABETH KAISER, jüngste von 7 Kindern)

Neu: Ehrung durch den Kreis Viersen mit einer Gedenkmedaille

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Die Kaiser's Kaffee Geschäft AG geht auf Josef Kaiser zurück, der nach der Ausbildung zum Kupferschmied und Schlosser im Jahr 1880 im Alter von 18 Jahren in das elterliche Kolonialwarengeschäft in Viersen-Hoser eintrat. Ein großer Teil des Umsatzes wurde im späten 19. Jahrhundert noch als Hausiererware angeboten; das heißt, dass ein Mitglied der Familie Kaiser mit einer einachsigen Schlagkarre durch die Straßen ging und die grünen, weil rohen Kaffeebohnen feilbot. Nach vielen Versuchen gelang es Josef Kaiser, eine gleichmäßige Röstfarbe der grünen Bohnen zu erreichen. Das Gerät dazu hatte er während der Versuche entwickelt und erfolgreich eingesetzt. Damit konnten zum ersten Mal gleichmäßig geröstete und nicht gebrannte Kaffeebohnen verkauft werden. Außerdem entfiel damit für die Hausfrauen das ärgerliche Geschäft, die grünen Bohnen auf dem heimischen Herd zu brennen, was oft mehr ein "Verbrennen" war. Damit waren die teuren Bohnen verloren.

Der Kommerzienrat Josef Kaiser, oft auch als "Unternehmer mit der richtigen Nase" bezeichnet, stieg später in die Schokoladen- und Süßwarenfabrikation ein, es folgten eine Malzfabrik sowie eine Backwaren- und Keksfabrik. Schon 1899 wurde in der Viersener Innenstadt eine Zentralverwaltung errichtet, um die sich dann nach und nach die Fabrikationsräume gruppierten.

Josef Kaiser stieß mit seinem Konzept von Kaffee in immer gleichbleibender Qualität in eine ungeahnt große Marktlücke. Bei steigenden Löhnen allgemein und dem Aufschwung der Gründerjahre nach dem gewonnenen Krieg 1871 konnten sich viele Menschen einen gewissen, bescheidenen Luxus erlauben. Passend zu dem Kaffee, den man nicht gerne "trocken" (d.h. ohne Naschwerk) trank, bot Kaiser auch noch Dauergebäck und Schokolade an; außerdem Tee und Süßigkeiten. Bezeichnend für Kaiser war die aufwendige Ausstattung der Filialen von Anfang an. Kaiser bezog nur erste Geschäftsadressen, bestand darauf, dass alle Verkäuferinnen einheitlich gekleidet waren - und vor allem täglich frisch gewaschene weiße Krägen trugen.

Das Unternehmen wuchs stetig, die erste Filiale wurde 1885 in Duisburg eröffnet. Im Jahr 1887 erfolgte die Gründung einer Zweigniederlassung in Berlin, 1897 die Gründung einer Zweigniederlassung in Heilbronn. 1899 wird Josef Kaiser Hauptgesellschafter und Geschäftsführer der Kaiser´s Kaffee-Geschäft GmbH.

1904, bei der Eröffnung der Filiale in Zella-St. Blasii, wurde das bis heute verwendete Firmenlogo (Kaffeekanne) eingeführt. Mit der Patentanmeldung des Logos im Jahre 1904 zwang Kaiser sogar seinen damaligen Konkurrenten Tengelmann, sein dreigeteiltes Firmenemblem, ebenfalls mit einer Kaffeekanne, zu ändern. Daraus wurde ein großes T.

1905 eröffnete die 1000ste Filiale, 1939 erreichte die Zahl der Filialen mit über 1900 ihren Höchststand. Im Zweiten Weltkrieg wurden etwa 40% der Filialen zerstört.

In der Nachkriegszeit wurde zunächst das Filialnetz wieder aufgebaut. Im Jahr 1950 starb der Unternehmensgründer Josef Kaiser. 1952 wurde Kaiser's Kaffee Geschäft in eine Aktiengesellschaft umgewandelt, im selben Jahr wurde in Duisburg das erste Selbstbedienungsgeschäft eröffnet. 1971 wurde die Kaiser's Kaffee Geschäft AG von der Unternehmensgruppe Tengelmann übernommen.

Wohnsitz von Josef Kaiser:
Josef Kaiser bewohnte seit 1911 "Haus Clee" ein Schloss in der Ungerather Strasse von Waldniel, das Mitte des 14. Jahrhunderts erstmals urkundlich erwähnt wurde. Es wurde zweimal abgerissen und wieder aufgebaut und wurde 1951 von Josef Kaisers Kindern an die Dominikanerinnen von Bethanien aus den Niederlanden verkauft, die darin das Kinder- und Jugenddorf "Maria im Klee" einrichteten.



Haus Clee, Schloss in Waldniel, Wohnsitz von Josef Kaiser
 

 

 
Quellen:
https://www.kaisers.de/unternehmen/ueber-uns/
https://de.wikipedia.org/wiki/Kaiser%E2%80%99s_Tengelmann